Das Jeladim-Prinzip

Damit unser Bemühen, nämlich die Unterstützung des Kindes in seinen Bildungs- und Entwicklungsprozessen auch bei den Kindern ankommt, engagieren wir uns auf allen Ebenen. Unsere Ziele erreichen wir, indem wir uns vernetzen und so unsere Waren und Dienstleistungen optimal anpassen können.

Ein schweizer Forschungsprojekt hat festgestellt, dass allein die Gestaltung des „Arbeitsplatzes“ eines Erwachsenen seine Produktivität um 20% steigern oder hemmen kann. Dies gilt umso mehr für unsere wesentlich sensibleren Kinder. Das „Lernen“ bei Kindern braucht eben mehr als die grosse Spielzeugkiste. Die Entwicklung des Kindes wird von der pädagogischen Quälität der Umgebung und der vorherrschenden zwischenmenschlichen Atmosphäre beeinflusst.

Die Graphik des Jeladim-Prinzips macht also klar, dass jede materiale oder personale Unterstützung des Kindes wie auch immer in den systemisch ganzheitlichen Kontext des jeweiligen pädagogischen Feldes eingebettet ist.

„Nur die ... von der Umgebung unterstützten Kinder offenbaren in ihrer sukzessiven Entwicklung die wunderbaren Fähigkeiten, die wir beschreiben: die spontane Disziplin, die ständige, freudige Arbeit, die sozialen Gefühle der Hilfe und des Verständnisses für die anderen. Die Aktivität zur "freien Wahl der Beschäftigung" wird zur ständigen Lebensweise. Die Genesung ist der Beginn einer neuen Lebensform."
(Maria Montessori, Das kreative Kind, S.238)

Ein Beispiel aus der Praxis

Jan ist 4 Jahre alt und seit drei Jahren in einer Kinderkrippe mit 80 Kindern, die im ersten Stock des Gebäudes untergebracht ist. Der Gruppenraum ist für ihn mittlerweile übersichtlich. Er hat sich eingelebt. Heute ist er fast eine Stunde später gekommen, weil er verschlafen hatte. Um 09:30 Uhr steht der Geburtstag auf dem Programm. Er hatte für heute eigentlich vor, mit den Bauklötzen einen höheren Turm als gestern zu bauen. Diesmal wollte er ihn mehr bewachen. Amelie (2 Jahre) hat ihn gestern einfach umgeworfen. Die Geburtstagsfeier kommt ihm heute in die Quere. Er fragt die Gruppenleitung, ob das heute noch möglich ist. Sie winkt mit Bedauern ab und erklärt, dass es heute laut Prognose den ersten warmen Vormittag nach dem Winter geben könnte und dass alle nach der Geburtstagsfeier in den Garten gehen. Alle bedeutet damit – auch er. Die Gruppenleiterin weiß, dass die gesetzlichen Regelungen der Aufsichtspflicht des Kantons dies so verlangen.

Die Umwelt - bester Boden für Wachstum und Reifen?

Die Graphik von aussen nach innen gelesen beschreibt alle materialen und personalen Faktoren, welche dem Lernen und Reifen des Kindes dienlich sein sollten. Grau erfüllt die sehr theoretische jedoch tragende Aufgabe der Gestaltung aller pädagogischen Felder auf Grundlage moderner wissenschaftlicher Erkenntnisse. Hierfür arbeiten pädagogische Universitäten mit  privaten und öffentlichen Trägern der Kinder- und Jugendhilfe und Jeladim für Kinder zusammen. Dies begünstigt die Lernbereitschaft und Lernfähigkeit von Kindern in solchen Einrichtungen direkt. Das Kind trägt seine Eltern schöpfungsbedingt zu gleichen Anteilen innerlich mit sich. Selbst wenn „Mama und Papa“ nicht da sind, sind ihm seine Eltern am nächsten. Deshalb können Eltern einen pädagogischen Zugang zum Kind ohne Vergleich aufbauen. Sie sind die besten „Lernbegleiter“, wenn sie entsprechend vorbereitet sind. Der professionelle interdisziplinäre Bereich (grau) muss deshalb pädagogisch interessierten Eltern mit seinem Wissen, seinen Erkenntnissen und seiner Begleitung zur Verfügung stehen. Sie werden deshalb besonders von Jeladim für Kinder und über das pädagogische Fachpersonal dieser Einrichtungen in diese tragende Aufgabe unterstützt.

Jedes Kind ein Genie innerhalb seiner Möglichkeiten

Liest man die Graphik von innen nach aussen, orientieren sich die Kinder (pink) mit ihren psychischen und physischen Lernpotentialen an ihrer Umwelt. Im günstigsten Fall dienen ihren die Programmpunkte der Rahmenplanung, Gruppenmitglieder, die Gruppenregeln, die Art der Kommunikation und die Umgangsformen, der Tagesablauf, die Ordnungsstrukturen und auch das Mobiliar. Genauso nehmen übergeordnete Regeln der Einrichtung oder gesetzliche Bestimmungen über die Aufsichtspflicht Einfluss auf die beabsichtigte Aktivität des Kindes. In der realen Praxis gibt es unzählige Beispiele dafür, welche Hürden ein Kind nehmen muss, um endlich sein Interesse auf seine Art und Weise und mit seinen Möglichkeiten befriedigend verfolgen zu dürfen. Zur Sensibilisierung für diese Problematik soll die Graphik des Jeladim-Prinzips dienen. Ziel ist unnötige Hürden oder Zwänge zu beseitigen und pädagogisch begründete Freiräume für eine selbstbestimmte Bildung dem Kind zu sichern.